Allergien

Was sind Allergien?

Die Geschichte der Allergie

Der Begriff der Allergie stammt aus dem Griechischen (allo = fremd, ergon = Reaktion). Erstmals findet er 1906 bei Clemens von Pirquet Verwendung, der im Gegensatz zur heutigen, engeren Begriffsfassung, Allergie nicht allein als Überempfindlichkeit versteht, sondern auch abgeschwächte Empfindlichkeit und fehlende Empfindlichkeit meint. In der heutigen Verwendung meint Allergie ausschließlich die Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten, von außen einwirkenden Stoffen – den Allergenen.

Was sind Allergene?

Bei Allergenen handelt es sich um Antigene, gegen die sich eine fehlgeleitete Immunantwort richtet und in einer allergischen Reaktion mündet. Bei Allergenen handelt es sich in vielen Fällen um Proteine, also Eiweiße. Allergene werden vom Körper als fremde und gefährliche Stoffe eingestuft gegen die eine Abwehrreaktion, wie zum Beispiel eine allergische Hautreaktion, entsteht. Darin liegt auch der Unterschied zur sog. Pseudo-Allergie: während bei einer echten Allergie stets eine spezifische immunologische Reaktion stattfindet, also das Immunsystem mit der Produktion von  Antikörpern oder der Aktivierung von Abwehrzellen auf Allergene reagiert, teilt die Pseudo-Allergie mit der echten Allergie nur die Symptome, ist aber auf andere Ursachen (wie z.B. Lebensmittelunverträglichkeit) und nicht auf Allergene zurückzuführen. Durch die bei einer echten Allergie produzierten Antikörper kommt es schließlich zur allergischen Reaktion.

 

Häufigkeit von Allergien

Allergien - Eine Volkskrankheit

Durch ihr häufiges Vorkommen sind Allergien bereits zur „Volkskrankheit“ geworden. Angeblich leiden inzwischen bis zu 40% der Erwachsenen in Deutschland unter Beschwerden, deren Ursachen in Allergien zu suchen sind. Vor allem in den letzten Jahren hat die Zahl der Allergiker deutlich zugenommen. Hierfür gibt es verschiedene Erklärungsansätze:
Während häufig steigende Belastung durch Fremdstoffe in der Umwelt  für die hohen Zahlen verantwortlich machen gibt es auch andere Thesen.
Diese betonen, dass übertriebene Hygiene in den ersten Lebensjahren die zahlreichen Fälle von Allergien im Kindesalter erklären, da das Immunsystem unterfordert ist und sich deshalb eigentlich harmlose Stoffe zu Allergenen wandeln.
Auch kann evtl. die niedrige Belastung durch Parasiten als Erklärung dienen, da in der Abwehr von parasitären Erkrankungen die ursprüngliche Aufgabe des Immunsystems lag.

 

Symptome von Allergien

Die Symptome einer Allergie setzen unterschiedlich an. So sind bei Heuschnupfen lokal die Schleimhäute betroffen, während Asthma die Atemwege in Mitleidenschaft zieht. Neurodermitis oder Kontaktekzeme hingegen zeigen eine allergische Hautreaktion. Symptome wie Durchfall und Erbrechen belasten den Gastrointestinaltrakt.
Die Symptome einer Allergie sind in ihrer Schwere individuell ausgeprägt und reichen von mild bis schwerwiegend, im Falle eines anaphylaktischen Schocks wird die allergische Reaktion lebensbedrohlich.

 

Ursachen von Allergien

Grundsätzlich kann jeder Mensch zum Allergiker und folglich auf Allergene sensibilisiert werden. Vor der ersten allergischen Reaktion liegt die Phase der Sensibilisierung gegenüber Allergenen, in der das Immunsystem Vorbereitungen trifft, nach dem Erstkontakt beim nächsten bereits auf die „gefährlichen“ Fremdkörper reagieren zu können. Beim darauf folgenden Kontakt mit den Allergenen kommt es deshalb durch die Produktion der Immunglobuline zu der ersten allergischen Reaktion. Statt einer normalen Unempfindlichkeit kommt es durch diese Abwehrreaktion gegenüber den Allergenen, die von da an bei jedem Kontakt ausgelöst wird,  zu einer Überempfindlichkeit.

 

Zu den häufigsten Allergien zählen folgende:

 

  • allergisches Asthma
  • Heuschnupfen
  • Neurodermitis
  • Nahrungsmittelallergien
  • Allergisches Kontaktekzem
  • allergische Hautreaktion

 

Therapie von Allergien

Die naheliegendste Form der Therapie, allergische Reaktionen zu vermeiden, ist den Kontakt mit den Auslösern vollständig zu meiden. Diese sogenannte Allergenkarenz ist jedoch eine Therapie, die nicht immer umzusetzen ist. Handelt es sich nämlich um Allergenquellen wie z.B. Pollen, gilt es andere Therapieformen zu nutzen.
Zwar handelt es sich bei Allergien um keine psychosomatischen Krankheiten, jedoch kann eine Psychotherapie als Ergänzung  zu konkreteren Maßnahmen bei verschiedenen Aspekten hilfreich für den Umgang mit der Krankheit sein.

 

Medikamentöse Therapie

Medikamente spielen bei der Therapie von Allergien eine große Rolle. Durch Nasensprays, Tabletten, Inhalationsmitteln sowie  Augentropfen oder Salben, lassen sich allergische Beschwerden, wie zum Beispiel eine allergische Hautreaktion lindern oder sogar gänzlich unterdrücken. Die Wahl der Darreichungsform sowie die Intervalle innerhalb einer Therapie sind von den Symptomen und ihrer Schwere abhängig.
Meistens kommen bei Allergien sogenannte Antihistaminika zum Einsatz, die den übermäßig ausgeschütteten Botenstoff Histamin hemmen. Dieser Stoff ist verantwortlich für allergische Beschwerden oder die allergische Hautreaktion und seine Ausschüttung und kann im Rahmen einer Therapie durch Antihistaminika – ebenfalls als Mastzellstabilisatoren geläufig – verhindert werden. Die Wirkstoffe stabilisieren Mastzellen und verhindern, dass das bei allergischen Reaktionen ausgeschüttete Histamin aus den Mastzellen ins Gewebe dringt.

 

Allergien: Hyposensibilisierung

Die Behandlung von Allergien: Hyposensibilisierung – auch bekannt als spezifische Immuntherapie oder Allergie-Impfung - zielt darauf ab, das Problem beim Ursprung anzugehen, anstatt die Symptome zu behandeln. Deshalb konzentriert sich die Therapie darauf, den Patienten langsam an das Allergen zu gewöhnen, um schließlich keine Abwehrreaktion des Immunsystems mehr zu provozieren.
Indem dem Betroffenen im Rahmen der Therapie geringe Mengen des Allergens zugeführt werden gewöhnt sich das Abwehrsystem an eine angemessene Reaktion auf die entsprechende Substanz. Noch ist der genaue Ablauf dieses Gewöhnungsprozesses nicht vollständig erforscht, er kann heute aber für die Therapie von Inhalations-Allergien, jedoch nicht für die allergische Hautreaktion, genutzt werden.

 

Was das Leben mit Allergien erleichtert

 

  • Allergene meiden
  • Waschen Sie vor dem Schlafen die Haare, um eventuelle Pollen auszuwaschen
  • Lassen Sie im Auto Pollenfilter einbauen und schließen Sie die Fenster
  • Halten Sie sich bei trockenen, warmen und windigem Wetter wenig im Freien auf
  • Beachten Sie bei der Urlaubsplanung den Pollenflugkalender
  • Fahren Sie in pollenarme Regionen: ans Meer oder ins Gebirge
  • Geben Sie das Rauchen auf