Zöliakie
Die Glutenunverträglichkeit
Die Zöliakie, in der Regel auch als Glutenunverträglichkeit beziehungsweise Glutenintoleranz bezeichnet, ist eine Autoimmunerkrankung. Die Zöliakie beruht auf einer Unverträglichkeit des Dünndarms gegenüber dem Klebereiweiß, das in verschiedenen Getreidesorten enthalten ist. Dieses Eiweiß wird als Gluten bezeichnet.
Folgende Getreidesorten enthalten das Klebereiweiß Gluten:
- Weizen
- Dinkel
- Roggen
- Hafer
- Gerste
- Grünkern
- Kamut
- Einkorn
Die Bezeichnungen Zöliakie und Sprue – Beides ist eine Glutenunverträglichkeit
Eine weitere Bezeichnung für die Zöliakie ist auch „Sprue“. Beides bezeichnet eine Glutenunverträglichkeit, wenn sich diese jedoch bereits im frühen Kindesalter entwickelt, spricht man von einer Zöliakie. Tritt die Krankheit dagegen erst im Erwachsenenalter auf, ist genaugenommen von der Sprue die Rede. Beide Begriffe bezeichnen also die gleiche Krankheit, eine Glutenintoleranz. Oftmals wird in beiden Fällen die Bezeichnung Zöliakie verwendet.
Erbliche und genetische Faktoren spielen bei der Glutenintoleranz eine ausschlaggebende Rolle, doch wie so oft sind auch andere Einflüsse wie Infektionen, das Immunsystem und Umweltfaktoren von hoher Relevanz. Noch immer sind die komplexen Zusammenhänge der Zöliakie nicht vollständig erforscht.
Diagnose einer Glutenunverträglichkeit
Im Laufe der letzten Jahrzehente haben sich die Untersuchungs- und Diagnosemethoden erheblich verbessert. Die Diagnose der Zöliakie kann eindeutig mittels einer endoskopischen Untersuchung der Dünndarmschleimhaut nachgewiesen werden. Den Nachweis liefert dabei eine Dünndarmzotteathropie, also die Zerstörung des normalen Schleimhautreliefs bei Zöliakie-Erkrankten, ebenso wie die histologischen Befunde entnommener Gewebeproben. Eine zweite Form der Diagnose einer Zöliakie bestimmt Antikörper im Blut. Der Wert der Antikörper Antiendonmyseale und Antigliadin korreliert in der Regel mit der Ausprägung der Glutenunverträglichkeit und kann unter Umständen neben klinischen Symptomen als Verlaufsparameter benutzt werden. Auf eine Blutuntersuchung alleine kann man die Diagnose allerdings nicht stützen, zur endgültigen Diagnostik einer Zöliakie ist eine Dünndarmbiopsie unabdingbar.
Symptome der Zöliakie
Die Aufnahme von Gluten führt bei Zöliakie-Patienten zu einer Entzündung der Darmschleimwand. Die mittelfristige Folge ist eine Rückbildung der Darmzotten. Durch die damit verbundene Verringerung der Oberfläche des Darms können Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden. Durch die Zöliakie kommt es also zu einer Nährstoffmalabsorption und demzufolge zu Nährstoffdefiziten, die ihrerseits weitere Beschwerden hervorrufen.
Die Behandlung einer Glutenunverträglichkeit – die glutenfreie Ernährung
Viele Zöliakie-Patienten leiden unter starken Durchfällen. Die einzige Behandlungsmöglichkeit einer Glutenunverträglichkeit ist eine vollständig glutenfreie Ernährungsweise. Das bedeutet, dass auf die Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer, Gerste, Grünkern und auf Urkornsorten wie Kamut und Einkorn vollständig verzichtet werden. Dies gilt natürlich auch für alle Produkte, die diese Getreidesorten auch nur in Spuren enthalten.
Für Personen die an einer Glutenunverträglichkeit leiden gibt es glutenfreie Nahrungsmittel in großer Auswahl, zum Beispiel Brot und Nudeln aus Maismehl, im Reformhaus ebenso wie in gut sortierten Drogerien.
Wichtig ist es zu wissen, dass eine subjektive Beschwerdefreiheit bei Verstoß gegen die glutenfreie Diät keinen Aufschluss über die Auswirkungen auf die Darmschleimhaut gibt. Auch bei scheinbarer Beschwerdefreiheit darf bei einer Glutenunverträglichkeit die glutenfreie Ernährung nicht aufgegeben werden.
Bisher ging man von einer Krankheitshäufigkeit der Glutenintoleranz von 1:1000 bis 1:2000 Personen in Deutschland aus. Neuere Reihenuntersuchungen schreiben der Zöliakie jedoch eine Häufigkeit von 1:200 zu. Dabei weisen 80 bis 90 % der Betroffenen untypische oder gar keine Symptome auf, daher bleibt eine Glutenunverträglichkeit häufig unerkannt.
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